Positiv ist doch ein Arschloch!

Wie immer wenn ich was Positives schreiben möchte, geht es nicht lange und schon sieht die gesamte Situation wieder anders aus….
Seit der Diagnose ist es mir selber ein großes Anliegen positiv in die Zukunft zu schauen und vor allem möchte ich nicht, dass die Krankheit die Oberhand gewinnt.
Wie alles im Leben ist halt auch dieses Ziel nicht immer so einfach zu erfüllen und trotzdem bin ich mir sicher, dass es der richtige Weg ist, um nicht komplett verrückt zu werden 🙂

Warum verrückt? Ganz einfach….. ich selber spreche offen über meine Probleme und wo und wann ich gerade ein Problem habe. Für manche ist das wohl der Signalton um dumme, naive Tipps zu geben…. Ich vermute mal, dass jeder MS betroffene ein paar dieser absurden Ideen kennt…
Und Ihr könnt mir glauben, die Religiösen sind noch die harmlosen ^^
Meistens kann ich das gut ignorieren und die Besserwisser sind so von sich selber überzeugt, dass Sie meine Abneigung überhaupt nicht bemerken.
Es gibt aber etwas wo ich unmöglich einfach weghören kann und das ist, wenn solcher Scheiß im TV also wir sprechen, hier von sehr großen TV Sendern verbreitet wird.
Ich kann es einfach nicht verstehen wie man so idiotisch Betroffenen wir sprechen hier vielmals von sehr jungen Menschen Hoffnung machen kann, dass nach ein paar Wochen Diät oder dieser eine ganz spezielle Saft einmal pro Tag alles heilt.
Ich selber bekam nach der Diagnose Tipps vom Chefarzt, auf welchen Internetseiten ich nicht nachschauen sollte oder welche Bücher einfach nur Mist erzählen… ich weiß nicht wie Ihr das findet aber, mich macht das echt nachdenklich, wie geschmacklos manche mit ihren Wundermitteln schnelles Geld verdienen möchten.
Was ich Euch mit diesem kleinen Text sagen möchte, ist etwas ganz Einfaches, und zwar Folgendes …
Viele betroffene strecken sich nach jedem kleinen Hoffnungsschimmer, wie unglaublich idiotisch dieser auch klingen mag….. Macht Ihnen doch nicht das Leben noch schwerer als es für Sie sowieso schon ist.
Also ich versuche jetzt positiv mein Feierabendbier zu genießen und wünsche Euch einen schönen Tag 

Herzlichen Glückwunsch…. Sie haben Ferien

Kabelvåg Nyvågar Rorbuhotel

Nach einer kurzen stressbedingten Pause folgt endlich wiedermal ein neuer Blog Eintrag, in dem ich Euch über mich, mein Leben und dieses doofe Anhängsel namens Multiple Sklerose erzählen möchte.

Da ich in der letzten Zeit geschäftlich sehr viel zu tun hatte und aufpassen musste mich selber nicht zu überfordern, kam ich leider nicht groß dazu meinen kleinen Blog zu pflegen….

Nach dieser für mich schon eher schwierigen Zeit brauchte ich eindeutig eine Pause um die leeren Batterien wieder aufzufüllen.

Wie vielleicht einige die mir auf Twitter/Wordpress folgen entnommen haben, befand ich mich in Norwegen auf einer 2. Wöchigen Rundreise.

(Fotos und sonstige Infos befinden sich im Reisebericht)

FOLGT    Link: Reisebericht

Wenn ich diesen Bericht online stelle bin ich wohl schon wieder zurück in der Schweiz und überlege mir wo es als Nächstes hingeht. Es hat wirklich alles genau so funktioniert, wie ich es geplant und gehofft habe und sogar das Wetter spielte super mit.

Wahrscheinlich habe ich mich bei der Planung auch bei vielen Punkten unnötig gestresst, aber ich habe/hatte halt immer noch die Erinnerungen im Hinterkopf, was genau vor einem Jahr passierte.

Ich hätte damals ja auch nie gedacht, dass ich auf einmal starke Probleme beim Gehen bekommen könnte oder extreme Müdigkeitsanfälle und dies dann auch noch mit dem Rucksack 400km nördlich vom Polarkreis…….

Da ich aber jetzt eine Diagnose schlauer bin und daher auch einen Plan B, C, D sowie E hatte, konnte nicht mehr viel schief gehen 😊

Im Gegensatz zum Jahr 2016 waren wir dieses Mal auch viel mit dem Mietauto unterwegs, was halt einfach alles grundsätzlich sehr viel einfacher machte und uns auch die Gelegenheit bot vieles Neues zu entdecken.

Zum Glück hat mich auch die MS nicht groß belastet, außer ein paar Müdigkeitsanfälle sowie ein leichtes brennen in den Armen war alles super 🙂

Ich hoffe Euch gefällt der Reisebericht, und wenn Ihr Fragen zu meiner Rundreise habt, dürft Ihr Euch gerne bei mir melden 😊

 

Stress? Sorry, habe keine Zeit!

Hier bekommt Ihr eine Kurze Zusammenfassung warum meine Laune momentan nicht gerade super ist 🙂 🙁

Die nächste Zeit wird für mich sehr stressig, da ich geschäftlich vor großen Aufgaben stehe, die ich vor kurzem wohl noch nicht als erwähnenswert angeschaut hätte…
Alleine in diesem Monat werde ich 8 Schulungen leiten und jede an sich stellt mich vor Herausforderungen, die für viele unbekannt sind.

Viele wären jetzt wohl nervös und hätten Angst Fehler zu machen, oder die Ansprüche der Teilnehmer einfach nicht erfüllen zu können.
Für mich sind aber ganz andere Fragen ausschlaggebend, so zum Beispiel:

  • Finde ich die Wörter, die ich auch sagen möchte? (Klingt wohl ein wenig doof, ist aber so)
  • Fange ich nicht einfach nach einer Zeit an zu lallen….? (kommt immer wieder vor und ich merke es nicht)
  • Kann ich auf spontane Fragen auch zeitnah antworten oder fehlt mir da die Zeit um die Gedankengänge zuerst koordinieren zu können?
  • Kann ich es verhindern während den 5h Sitzungen auf einmal komplett erschöpft zu sein, und dann den Faden ganz zu verlieren?

Fragen über Fragen und die Antworten werde ich wohl erst nach diesem Schulungsmarathon haben….

Seit dem letzten Termin im Spital habe ich mich dazu entschlossen mich mal bei der MS-Stiftung zu melden, wo ich dann hoffentlich auch einige Fragen stellen kann, die für mich in der Zukunft wichtig werden können…. Allgegenwärtig ist halt immer noch die Frage

„Was mache ich, wenn ich meinen Job wegen den Beeinträchtigungen nicht mehr ausüben kann?“

Als ob dies nicht schon genug wäre, bekam ich vor 2 Tagen auch noch eine Zahlungserinnerung, die ich zuerst komplett echt nicht einordnen konnte…… aber ja, so wie es aber aussieht habe ich im ganzen Stress mit den vielen vielen Rechnungen vom Arzt, Spital, Krankenkasse leider vergessen eine wichtige sowie auch sehr hohe Rechnung zu bezahlen….

Klar bin ich da auch selber schuld und ich nerve mich auch extrem über mich selber, was mir aber ja schlussendlich auch nicht weiterhilft….

Naja, aber es ist ja auch nicht alles negativ 🙂

Schon bald geht es für mich in die Ferien

Mir geht das alles zu schnell!

Kurzer Wochenrückblick

 

Montag:  Von 0 auf 100

Trotz schlechtem Wetter und nur wenig Schlaf bin ich gut in die neue Woche gestartet und ging normal meiner Arbeit nach. Da bei uns in der Abteilung momentan viel Stress herrscht, versuchte ich mich wie sonst auch immer so gut wie es geht auf meine Pendenzen zu konzentrieren, und den Rest einfach auszublenden.

Es blieb dann aber beim Versuch, da ich mich auf nichts konzentrieren konnte, ich brauchte für jeden Text eine halbe Ewigkeit, und sobald 2-3 Sachen gleichzeitig benötigt wurden, schaltete mein Kopf komplett aus……

Nach dem ersten Arbeitstag war ich schon komplett erschöpft und wusste ehrlich gesagt überhaupt nicht, was genau los ist, geschweige dann, wie ich die nächsten 4 Tage überstehen sollte.

Da es mir sonst gut ging, konnte ich einen Schub für mich ausschließen und wegen der Hitze konnte es eindeutig auch nicht sein 😊

 

Dienstag: Alles von Anfang an

Ich arbeitete am Dienstag von zu Hause aus, was mir auch sichtlich gut tat, da ich so komplett meinen eigenen Arbeitsrhythmus hatte und nicht dauernd gestört wurde, war es im Großen und Ganzen ein recht entspannter Arbeitstag.

Gut schlafen konnte ich zwar auch am Dienstag nicht, doch wenigstens lief sonst alles nach Plan😊

 

Mittwoch: Auf in den Kampf!

Wieder im Büro angekommen (zwar später als sonst aber der Wille zählt doch^^) machte ich mir als erstes eine Übersicht meiner heutigen Ziele:
Was? muss wer? Wie? bis wann haben?

Alles lief super, bis es wieder ein wenig stressiger wurde……. Ich konnte auf einfache Fragen nicht mehr sofort antworten, auch bei Gesprächen hatte ich das Gefühl, alles geht zu schnell für mich…….

Ehrlich gesagt war ich in dieser Situation einfach komplett überfordert…….

Ich hatte schon mehrmals das Gefühl für die gleiche Leistung stärker kämpfen zu müssen als früher, aber gerade so dass es mich komplett blockierte kannte ich es auch noch nicht…
Ich brauche einfach für alles viel länger, anstatt einen Text 1mal durchzulesen brauchte ich ca.5 Anläufe, bis ich den Inhalt verstand…… auch beim Sprechen hatte ich Probleme die richtigen Worte zu finden, sowie hat mich einfach alles nur noch genervt.

Mir haben schon einige Multiple Sklerose betroffene von ähnlichen Situationen bei Ihnen erzählt, es war ja auch nicht das erste Mal, dass ich selber solche Probleme hatte, und trotzdem ist es irgendwie jedes Mal wieder erschreckend, wenn man schon an den einfachsten Aufgaben scheitert oder einfach sehr lange dafür braucht….

 

Donnerstag: «slow down take it easy»

Nach einem Gespräch mit meinem Chef, wo ich Ihm von meinen momentanen Problemen erzählte, konnte ich dann ohne Problem ein paar Tage freinehmen, um zu schauen, dass wieder ein wenig Ruhe einkehren kann.

Also habe ich heute mal überhaupt nichts gemacht außer geschlafen und Musik gehört und glücklicherweise merke ich schon, wie sich die Batterien langsam wieder aufladen.

 

Freitag – Sonntag

Was ich in den nächsten 3 Tagen mache, ist wohl stark davon abhängig, wie es mir dann geht und ob das Wetter doch mal noch seine guten Seiten zeigt. 😊

just relax and accept the crazy

Bis vor Kurzem bin ich wohl wegen Kommunikationsproblemen (meine Schuld) fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Anzahl meiner Läsionen viel tiefer ist, als das MRI eigentlich zeigte…… 
Komischerweise war diese neue Information für mich kein Grund traurig oder sogar wütend zu sein, eigentlich änderte sich ja auch überhaupt nichts an meiner jetzigen Situation, sondern für mich war es nur ein weiterer Anreiz seine Ziele/Pläne zu verwirklichen!  (Man weiß ja nie, was noch alles kommt)

Ich stellte mir also folgende Fragen:

  • Wo fühlte ich mich am entspanntesten?
  • Was machte mir am meisten Freude?
  • Was möchte ich erreichen?
  • Was möchte ich erleben/sehen?
  • Wie kann ich das Ziel erreichen?

Die Antwort war schnell gefunden: 
„Ich muss zurück auf die Lofoten!“

Umso mehr freue ich mich jetzt auf meine Ferien, die ich Ende Mai in Angriff nehmen kann.

  • 2 Tage  Tromsø
  • 1 Tage  Schifffahrt (Hurtigruten MS Nordnorge)
  • 6 Tage Lofoten
  • 3 Tage Schifffahrt (Hurtigruten MS Polarlys)
  • 2 Tage Bergen

Anstatt Jahre darüber zu sprechen und sich danach zu nerven, warum man den Plan nicht umgesetzt hat, habe ich mich entschlossen das Beste für meinen Körper zu machen, und Ihm ein wenig Ruhe zu gönnen.

In einer Zeit wo man 24Stunden für alles bereit sein muss und manche schon in Panik verfallen, wenn man einige Minuten nicht erreichbar ist, wird es immer schwieriger sich für sich selber Zeit zu nehmen.

Durch Twitter, Facebook, WhatsApp etc. gehöre ich selber wohl auch zu dieser Generation, wo sich den Stress zum größtenteils selber macht.

Viele Freunde können es zwar noch nicht so ganz verstehen, dass ich lieber mal nichts mache, anstatt auf eine Party zu gehen, doch solange es für mich die richtige Entscheidung ist, kann ich damit leben.

Da mein Leben sonst schon verrücktspielt, versuche ich es so ein wenig zu beruhigen 🙂

Wie entspannt Ihr so?

Wünsche euch noch eine schöne Zeit und bis bald